Irland 2006

Mit dem Kabinenkreuzer auf dem Shannon

Filmprobe aus unserem DVD-Film ”Irland 2006 - Mit dem Kabinenkreuzer auf dem Shannon”

Emerald Star Line in Portumna

Nach kurzem Flug von Hannover über Frankfurt nach Dublin und anschließendem Bustransfer erreichen wir nachmittags Portumna und können dort nach kurzer Wartezeit unseren vorgebuchten Kabinenkreuzer von Emerald Star Line übernehmen. Die Handhabung des Kabinenkreuzers wird erklärt; anschließend erfolgt eine Probefahrt. Kurz darauf werden auch die von uns vorbestellten Lebensmittel geliefert.

Dann geht es zu Fuß in den Ort (ca. 1 km), wo wir noch einige ergänzende Einkäufe erledigen und uns danach mit einer in Irland lebenden Freundin zum Abendessen treffen.

Als wir zum Hafen zurückkehren, hat es zu regnen angefangen.

Liegeplatz in Banagher

Unser Kabinenkreuzer ist gut ausgestattet. Im Bug gibt es eine Kabine mit zwei Einzelbetten, die auch zum Doppelbett umgebaut werden können. Von dieser Kabine aus hat man einen direkten Zugang zu einem separaten WC-/Duschraum. Im Mittelschiff gibt es auf der einen Schiffseite eine weitere Doppelkabine, ebenfalls mit eigenem separaten WC-/Duschraum. Gegenüber dieser Kabine befindet sich auf der anderen Schiffseite die Kombüse mit Spüle, Herd, Mikrowelle und Einbauschränken. Im hinteren Schiffsteil befindet sich - etwas erhöht - der Salon, in dem gefaulenzt und gegessen wird.

Hier befindet sich auch der Steuerstand des Schiffs mit ausreichend Sitzplatz für alle Passagiere. Bei schönem Wetter kann das Schiff auch von der oben gelegenen Flying Bridge gesteuert werden. Dies ist auch ein idealer Platz zum Sonnenbaden. Am Heck des Schiffs befindet sich dann noch in Art eines kleinen Balkons weitere offene Sitzfläche an die eine Badeplattform anschließt.

Spaziergang in Banagher
Clonmacnoise
Athlone
Lecarrow
Lanesborough
Camlin River

Am nächsten Morgen starten wir im strömenden Regen. Wir wollen eigentlich zunächst Lough Derg befahren. Die Bäume am Ufer werden aber von starkem Wind geschüttelt. Das ist ein sicheres Zeichen, dass man den See nicht befahren sollte, da er heute zu rauh ist. Also fahren wir flussaufwärts und haben nach kurzer Fahrstrecke unsere erste Schleuse, das Meelick Lock, zu meistern. Alles klappt bestens.

Danach geht es weiter nach Banagher, wo wir uns die Beine vertreten und einen Angelladen finden. Dort werden erst einmal Tauwürmer eingekauft. Nachmittags suchen wir uns dann einen schönen Liegeplatz am Ufer. Gegen Abend angeln wir dort mit Grundblei und Tauwurm auf Aale und können auch einige gute Exemplare erbeuten. Am nächsten Morgen ist dann nach dem Frühstück in unserem Angelbeiboot das große Aalschlachten angesagt. Die Aale werden dann später geräuchert und noch warm verzehrt. Dazu ein kühles Guinness, welch ein Genuss!

Unser nächstes Besichtigungsziel sind die Ruinen von Clonmacnoise, einer frühchristlichen Stätte, die im 6. Jahrhundert von St. Ciaran an den Ufern des Flusses Shannon gegründet wurde. Clonmacnoise wurde zu einem geistlichen und geistigen aber auch handwerklichen Zentrum Irlands. Im 12. Jahrhundert begann der Niedergang. Wikinger, Normannen und schließlich Cromwell plünderten und verwüsteten das Kloster. Seither war die Anlage dem Verfall preisgegeben.

Direkt vor der Stätte befindet sich ein  Bootsanleger, der aber leider dem Wind ausgesetzt  ist. Besucher finden hier die Ruinen einer Kathedrale, acht Kirchen aus dem 10. bis 13. Jahrhundert, zwei Rundtürme, drei Hochkreuze und eine große Ansammlung frühchristlicher Grabplatten. Die ursprünglichen Hochkreuze und Grabplatten sind im Besucherzentrum zu sehen, wo es auch eine audiovisuelle Präsentation und eine Reihe von Ausstellungen gibt.

Wir fahren weiter flussaufwärts und erreichen Athlone. Hier müssen wir durch eine sehr große Schleuse hindurch. Man hilft sich gegenseitig und so klappt auch hier - trotz der vielen gleichzeitig geschleusten Boote - alles bestens. In Athlone gehen wir einkaufen und frischen unsere Vorräte mal wieder auf.

Anschließend fahren wir weiter auf Lough Ree und von dort in das Killinure Lough, wo wir einen herrlich gelegenen ruhigen Anlegeplatz in einem kleinen Kanal finden, der zum Coosan Lough führt. Wir sind die Einzigen, die hier übernachten.

Am nächsten Morgen wird das Boot in Quigley’s Marina aufgetankt. Normalerweise wäre das noch nicht erforderlich gewesen. Wie wir aber unterwegs feststellen mussten, war unser Boot bei der Übergabe offenbar nicht vollgetankt. Das wurde aber später von Emerald Star Lines unbürokratisch geregelt.

Weiter geht die Fahrt über den riesigen See Lough Ree. Unser heutiges Ziel ist Lecarrow. Dies ist ein kleiner Ort, ca. 1 km landeinwärts vom See gelegen, mit originellem Pub. Der Ort ist durch einen schmalen Kanal mit dem See verbunden und hat einen idyllischen kleinen Hafen. Das Wetter meint es heute gut mit uns. Es ist sonnig und die Flying Bridge kann das erste Mal für ein Sonnenbad genutzt werden.

Kurz nach dem Anlegen sind wir von Enten umgeben. Die sind so zutraulich, dass Sie auf unserer Bootsumrandung spazieren gehen und neugierig in unsere Fenster schauen. Natürlich werden sie von unseren Frauen mit Brot verwöhnt.

Am nächsten Morgen fahren wir bei herrlichstem Sonnenschein wieder auf Lough Ree hinaus und weiter nach Lanesborough. Der Ort wird - schon von weitem sichtbar - von einem Torfkraftwerk überragt. Nach einem Einkaufsbummel geht es weiter flussaufwärts. Die Brücke von Lanesborough erfordert dabei hohe Aufmerksamkeit, denn die Strömung unter dem schiffbaren Brückenteil ist stark und beeinträchtigt die Steuerung.

Unser nächstes Ziel ist Roosky. Vorher müssen wir noch durch die Schleuse bei Termonbarry.

Oberhalb von Termonbarry biegen wir rechts ab in den kleinen Camlin River, über den man bis Cloondara fahren kann (Schleusen!). Von Cloondara aus kann man dann durch einen sehr schmalen Kanal wieder direkt zum Shannon fahren und kommt dort bei der Schleuse von Termonbarry wieder auf den Fluss.

Der kleine Fluss ist sehr idyllisch. Ringsum gibt es nur Weideland mit äsenden Rindern und Moor. Am und im Wasser treffen wir auf Schwäne und Fischreiher. Wir suchen uns einen schönen Anlegeplatz in ca. 500 m Abstand vor Cloondara. Es ist himmlisch ruhig. Wir sind das einzige Boot, das auf diesem Fluss unterwegs ist. Hier übernachten wir.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Roosky. Mit dem Schleusenwärter vereinbaren wir eine Uhrzeit zum Heben der Straßenbrücke in Rooskey, da wir mit unserem Boot nicht darunter durch passen. Zunächst wird aber eingekauft. Dann wird in der Bar eines nahe gelegenen Hotels erst einmal ein Drink genommen. Auf dem Rückweg zum Boot geraten wir in ein heftiges Regenschauer. Pünktlich kommt der Schleusenwärter und hebt für uns die Straßenbrücke, so dass wir weiter können.

Carranadoe Gewässer

Im Lough Boderg biegen wir links ab in die Carranadoegewässer. Das sind mehrere kleine Seen mit riesigen Schilfflächen. Die Seen sind untereinander durch enge Kanäle verbunden. Dies ist ein Paradies für Angler. Die Fahrt durch die Brücke bei Carranadoe wird zur Maßarbeit. Über uns haben wir nur noch etwas 30 cm Platz. Da muss man schon die Mitte des Brückenbogens treffen!

Im Kilglass Lough liegen wir über Nacht mitten im See an einer kleinen Insel. Am nächsten Tag fahren wir weiter nach Grange und machen dort im kleinen Hafen beim Pub fest. Leider ist das Gelände um den Pub und auch teilweise der Pub selbst zu dieser Zeit eine große Baustelle. Dennoch suchen wir ihn am Abend auf und verbingen dort einige ausgesprochen gemütliche Stunden.

Drumsna
Lough Key Forest Park
Boyle Monastery
Einfahrt zum Lough Allen Kanal in Battlebridge

Unser nächstes Ziel ist Drumsna. Wir verlassen die Carrandoegewässer fahren nordwärts und legen kurze Zeit später am Anleger von Drumsna an, direkt vor der Brücke, ab der der Shannon nicht mehr schiffbar ist. Um weiter nordwärts zu kommen, muss hier der Jamestown Canal durchfahren werden, der vor der zwischen Drumsna und Jamestown gelegenen Flussschleife durch den Felsen gesprengt wurde.

Wir gehen vorbei an einer herrlich gelb blühenden Wiese in Drumsna Lebensmittel einkaufen. Danach machen wir einen Spaziergang nach Jamestown einem hübschen kleinen Ort mit alten Befestigungsanlagen. Nach unserer Rückkehr verlassen wir den Anleger und machen ein Stück flussabwärts an Bäumen am Ufer fest. Die untergehende Sonne zaubert einen herrlichen Abendhimmel.

Unser nächstes Ziel sind die Boyle-Gewässer. Wir fahren durch die Schleuse “Albert Lock”, dann durch den Jamestown Canal nach Carrick on Shannon und legen dort im Hafen von Emerald Star Line an und machen dann einen Stadtbummel. Anschließend geht es oberhalb von Carrick on Shannon links ab in die Boyle-Gewässer. Gegenüber einem Golfplatz übernachten wir am Ufer des Boyle River. Morgens geht es weiter durch die Schleuse Knockvicar Lock auf Lough Key.

Am Lough Key Forest Park machen wir an einer Insel fest, die durch eine Brücke mit dem Festland verbunden ist und brechen anschließend zu einem ausgiebigen Spaziergang durch den Lough Key Forest Park auf. Leider wird das sich dort befindliche Café und Restaurant gerade generalüberholt und ist geschlossen. Der Park selbst ist wunderschön. Mächtige und ausladende alte Bäume und Wiesenflächen prägen sein Bild. Im “Torfgarten” können riesige blühende Rhododendren bestaunt werden.

Nach einer ruhigen und windstillen Nacht geht es morgens bei strahlendem Sonnenschein weiter durch den jetzt idyllisch kleinen Boyle River, vorbei an Anglern, in einen Kanal, der in den ziemlich neuen Hafen von Boyle führt. Dort ist nicht viel los, der Liegeplatz ist herrlich ruhig.

Bis in die Stadt sind es ca. 1,5 km. Wir besichtigen dort die große Klosteranlage und gehen anschließend einkaufen. Zurück an Bord wird der Wassertank gefüllt und dann geht es zurück auf Lough Key, dann durch die Schleuse Knockvicar Lock und den Boyle River zurück auf den Shannon.

Wir fahren wieder in nördlicher Richtung, denn wir wollen uns als letztes in diesem Urlaub noch Lough Allen anschauen.

In Battlebridge haben wir die erste von drei Schleusen des Lough Allen Kanals vor uns. Unser Boot ist offiziell für diesen Kanal freigegeben. Dennoch bleiben wir beim ersten Versuch, in die Schleuse einzufahren, gleich in der Einfahrt wie ein Korken in der Flasche stecken. Erst nachdem wir auf Anraten des Schleusenwärters auf einer Seite unseres Boots die Fender entfernt haben, passen wir durch diese und die nächste Schleuse (Drumleague Lock). Die dritte Schleuse, direkt am Lough Allen, ist dann geräumiger. Der Hub der ersten zwei Schleusen ist groß.

Der Lough Allen Kanal ist derart schmal, dass entgegenkommende Schiffe sich bei kleinster Fahrt aneinander vorbei “hangeln” müssen, allerdings herrscht hier kaum Schiffsverkehr. Insgesamt fünf niedrige und sehr schmale Brücken sind zu durchfahren. Man sollte sich aber vorher vergewissern, ob man da durchpasst. Wendemöglichkeiten gibt es erst in der Nähe des Lough Allen.

Wir übernachten an einem Anleger im Acres Lake und fangen abends noch schnell einige gute Aale.

Lough Allen

Am nächsten Morgen geht es durch die Schleuse Drumshanbo Lock hinaus auf Lough Allen. Bei strahlendem Sonnenschein und nahezu Windstille fahren wir auf den großen See hinaus. Ringsum von Bergen umgeben bietet der See ein schönes Panorama. Er gehört uns Allein! Außer uns ist kein weiteres Boot hier oben unterwegs. Vorbei an großen Setznetzen einer Lachsfarm fahren wir nach Spencer Harbour. Am Anleger sind wir das einzige Boot. Welch himmlische Ruhe. Wir vertreten uns zunächst die Beine. Anschließend geht es zum Blinkern mit dem Angelboot auf den See hinaus (leider erfolglos).

Abends werden ein letztes Mal Aale geräuchert. Sie schmecken köstlich.

Abendstimmung in Carrick on Shannon

Leider geht unser Urlaub nun dem Ende entgegen. Wir fahren zurück nach Carrick on Shannon. In der Schleuse Drumleague Lock passt der Schleusenwärter nicht auf, schließt die elektrisch betriebenen Schleusentore zu früh und halbiert dabei beinahe unser Angelboot. Es ist nur noch bedingt schwimmfähig, daher lassen wir es an der Schleuse zurück.

In Carrick on Shannon angekommen wird die Bootsübergabe abgewickelt, einschließlich der Schadenmeldung für das Angelboot (alles schnell und unbürokratisch). Danach lassen wir uns für den letzten Abend einen Tisch in einem Hotelrestaurant reservieren, wo wir ein ausgezeichnetes Abendessen einnehmen und dann noch entspannt mit dem Restaurantchef plaudern. Bei herrlicher Abendstimmung schließt sich eine kleine Bordparty an, bei der die Getränkereste “dran glauben müssen”.

Am nächsten Morgen bringt uns ein Transferbus zum Flughafen von Dublin. Ein sehr schöner Urlaub geht zu Ende.

Haben wir Ihr Interesse an mehr Informationen geweckt und möchten Sie sich unseren Videofilm ansehen? Der Film wurde digital aufgenommenen, geschnittenen und nachvertont (Dauer ca. 35 Minuten). Hier ein Filmausschnitt (verminderte Internet-Qualität):

 

Daneben ist ein sehr schönes aufwändig gestaltetes Fotobuch erhältlich. Das ideale Buch, um sich auf einen Urlaub im Kabinenkreuzer auf dem Shannon zu freuen.

Bestellen können Sie die DVD und das Fotobuch in unserem Shop.