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Am 6. Februar 2005 erreichen wir morgens nach gut 30 Stunden Flug und Zwischenaufenthalten Auckland. Wenn wir uns jetzt zu einem Schläfchen hinlegen, werden wir bestimmt nachts nicht schlafen können. Also beschließen wir erst einmal einen kleinen Erkundungsgang durch Auckland zu machen. Unser Hotel liegt im Herzen der Stadt an der belebten Einkaufsstraße Queen Street , nur wenige Gehminuten vom Waitemata-Hafen entfernt. Faszinierend, wie in Auckland alte Gebäude aus der Kolonialzeit unmittelbar neben modernen “Glaspalästen” stehen.
Obwohl der Großraum Auckland schon seit 1900 größter Ballungsraum des Landes ist, hatte dieser damals nur etwas über 150.000 Einwohner. Erst im Jahr 1996 überschritt die Einwohnerzahl die Millionengrenze. Heute beträgt die Zahl der Bewohner bereits mehr als 1,3 Millionen.Ein Großteil der Bewohner hat europäische, vornehmlich britische Vorfahren (rund 60 %). Aber es gibt auch viele Maori (ca. 10 %), Asiaten (ca. 15 %) und Menschen von den Pazifischen Inseln (knapp 15 %). In keiner anderen Großstadt der Erde leben so viele Polynesier wie in Auckland.
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Am nächsten Morgen erfolgt bei der der Fa. Pacific Horizon die Übergabe des Wohnmobils sehr gründlich mit einer detaillierten Einweisung am und im Wohnmobil. Auf Fragen wird erschöpfend eingegangen. Das Fahrzeug ist komplett ausgestattet mit Sitzecke, Schränken, Einbauküche mit zweiflammiger Gaskoch- stelle, Gasherd, kombinierter Gas- bzw. Elektrokühlschrank, Mikrowelle, Toaster. Wasserkocher, italienischem Kaffeebereiter, kombiniertes Duschbad/WC und Schlafraum über der Fahrerkabine. Auf den Campingplätzen können (Adapter vorausgesetzt) normale Steckdosen benutzt werden für den Wasser- kocher, die Mikrowelle, das Aufladen von Akkus …).
Die vorhandene Dusche nutzen wir nicht, denn auf allen Campingplätzen kann man ohne Mehrpreis geräumige Duschen benutzen. Da muss man sich die enge Duschkabine nicht unbedingt antun. Das gleiche gilt für die Toilette. Fürs „kleine Geschäft“ haben wir sie benutzt. Ansonsten haben wir die geräumigeren Toiletten auf den Campingplätzen bevorzugt.
Töpfe, Pfannen, Gläser, Geschirr, Bestecke sonstige Küchenutensilien, fast alles ist vorhanden. Nur Eierbecher und Weingläser kaufen wir uns unterwegs selbst hinzu.
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Ungefähr 40 km nördlich von Auckland finden wir den am Meer gelegenen Campingplatz „Waiwera Holiday Park“. Waiwera zieht die Besucher wegen seiner geothermischen Quellen an und ist ein Thermalbadeort. Die Waiwera Thermal Pools haben Wassertemperaturen zwischen 30 und gut 40 Grad. Die Quellen waren schon bei den Maori beliebt. Wir finden einen Stellplatz direkt am Meer und bleiben für eine Nacht (26 NZD).
Am folgenden Tage geht es weiter nach Whangarei. Die Stadt hat ungefähr 49.000 Einwohner. Sehenswert sind das Clapham Clock Museum mit mehr als 1.000 alten Uhren und die im Stadtteil Tikipunga gelegenen in einen Park eingebetteten Whangarei Falls, die sicher zu den meistfotografierten Wasserfällen Neuseelands gehören.
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Wir fahren weiter nach Paihia und kommen unterwegs nach Kawakawa. Der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser mit Wahlheimat Neuseeland lebte außerhalb von Kawakawa in einem nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichteten Anwesen. Sechs Jahre vor seinem Tod gestaltete er hier die öffentliche Toilette des Ortes.
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Wir erreichen Paihia und finden einen ruhigen Stellplatz (32 NZD je Nacht) auf dem zum „Scenic Circle Bay of Islands Hotel“ gehörenden Campingplatz. Ein strahlend blauer Himmel über einem ebensolchen Meer begrüßt uns und es ist 30 Grad warm.
Um 9:15 Uhr am nächsten Morgen starten wir mit „KINGS Dolphin Cruises & Tours“ zu einer Bootsfahrt in die Bay of Islands und zum Hole in the Rock. Mehrere Gruppen Delfine begleiten uns bei unserer Boots- fahrt. Sie schwimmen pfeilschnell neben unserem Schiff her, springen hoch aus dem Wasser, schlagen Purzelbäume und unterhalten die Passagiere damit bestens.
Die Bay of Islands ist eine große stark verzweigte Bucht mit etwa 150 Inseln und vielen Seitenarmen und Buchten. Die Bucht ist ein Paradies für Wassersportler und Bootsfahrer. Häfen, Promenaden, Badesträn- de, Cafés und Restaurants geben dem ganzen ein mondänes Flair und jeder kann hier auf seine Kosten kommen, egal ob Tourist, Freizeitkapitän, Hochseefischer oder Taucher. Zahllose Strände laden zum Baden und Strandangeln ein.
Neben der schönen Insellandschaft begründet sich der Ruhm vor allem auf der historischen Bedeutung der Bucht. Die Gegend rund um die Bay of Islands ist die Keimzelle der europäischen Besiedlung Neuseelands. Erst kamen Walfänger in die Gegend und um 1823 wurde die erste christliche Mission in Paihia errichtet.
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Auf der Rückfahrt verlassen wir das Ausflugsboot bereits in Russel um uns diesen malerischen Ort ein wenig anzusehen.
An der Strandpromenade finden wir ein nettes Restaurant. Wir setzen uns draußen in die Sonne, genießen den Blick auf die Bay of Islands und dabei ein leckeres Fischgericht.
Das historische Städtchen Russell war 1840 die erste Hauptstadt Neuseelands und Anziehungspunkt für Händler, Walfänger, Glücksritter, Dirnen und viele Andere. Hauptstadt war Russel aber nur bis 1841, als sie nach Auckland verlegt wurde.
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Jetzt geht es nach Waitangi. Besondere Bedeutung hat dieser Ort, an dem der Vertrag von Waitangi 1840 unterzeichnet wurde. Mit diesem Vertrag traten 43 Maori- Häuptlinge ihre Hoheitsrechte an das Vereinigte Königreich ab. Heute befinden sich an dem historischen Ort der Unterzeichnung die Waitangi Treaty Grounds. Dabei handelt es sich um eine Art Open Air-Museum (Eintritt 10 NZD pro Person).
Hier befindet sich auch das das “Te Whare Runanga” - Versammlungshaus, das ein Symbol für die Beteiligung der Maori am Vertrag darstellen soll.
Das Versammlungshaus ist im typischen Stil der Maori-Versammlungshäuser (Marae) gebaut. Besonder- heit erfährt es dadurch, dass es nicht einem bestimmten Stamm zugerechnet wird, sondern allen Maori offen steht.
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Eigentlich hatten wir ja vor, bis Cape Reinga zu fahren. Ein Blick auf den Kalender zeigt uns aber, dass wir dann mit der Zeit nicht zurechtkommen und so heben wir uns das für unseren nächsten Neuseelandbesuch auf. Stattdessen fahren wir jetzt direkt zum Kauriforest, an der Westküste der Nordinsel, ein Naturschutz- gebiet, in dem es noch einen zusammenhängenden Bestand an Kauribäumen gibt. Der „Tane Mahuta“ (s. Foto), der Gott des Waldes, misst stolze 52 m in der Höhe und 13 m im Umfang. Sein Alter wird auf über 2.000 Jahre geschätzt. Da diese Baumsorte durch ihr sehr hartes Holz, den geraden Wuchs und die teils erhebliche Höhe von besonderem Interesse für den Bootsbau der Maori und später der englischen Siedler war, sind die Kauribäume heute fast ausgestorben. Sehr beeindruckend sind diese Bäume, wie z. B. auch der „Te Matua Ngahere“ (Vater des Waldes), der mit seinen 18 Meter Umfang sehr massiv wirkt. Die Bäume, zu denen als sehr bekannte Gruppe auch noch die „Four Sisters“ gehören, liegen abseits der Straße und erfordern kurze oder auch längere Fußmärsche.
Nach Besichtigung der Baumgiganten geht es weiter nach Matakohe. Dort finden wir einen sehr schönen Campingplatz. Matakohe ist bekannt für sein Kauri Museum, das wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein besuchen (9,60 NZD pro Person). Hier erfährt man mehr über die Geschichte der Kauris bzw. der Menschen, die mit und von diesen Bäumen lebten.
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Nach der Museumsbesichtigung starten wir durch und fahren über Auckland nonstop in sieben Stunden auf die Coromandel Halbinsel bis in die Nähe von Coromandel. Dort finden wir an der Straße Richtung Colville einen direkt am Meer gelegenen Campingplatz. Leider ist es hier etwas windig.
Am nächsten Tag fahren wir durch Coromandel, eine Stadt mit schönen alten Gebäuden aus der Kolonial- zeit, zum Cathedral Cove. Das Küstengestein besteht hier aus sehr hellem Kalksandstein. Die Küste erhebt sich im Bereich der Cathedral Cove rund 40 Meter über den Meeresspiegel. Cathedral Cove ist eine Bucht am Strandabschnitt der Mercury Bay nördlich von Hahei. Der Name schließt die Cathedral Cave (Kathedralen-Höhle) mit ein. Diese Bucht zählt zu den größten Naturschönheiten der Coromandel-Halbinsel.
Auf Coromandel gäbe es noch viele Sehenswürdigkeiten, aber bei uns drückt die Zeit und so fahren wir in einem Rutsch nach Rotorua.
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Rotorua ist ein Hauptanziehungspunkt für Neuseelandtouristen und Handelszentrum der Farm- und Forstwirtschaft mit ca. 65.000 Einwohnern und heißt seit über 200 Jahren Besucher willkommen. Hier liegt das Zentrum der neuseeländischen Maori Kultur. Sie waren die ersten, die vor mehr als 600 Jahren hierher kamen.
Schon gleich nach der Ankunft in Rotorua merkt man, dass man in einer anderen Welt ist. Die Seen um Rotorua und die Thermalquellen sind die Hauptanziehungspunkte der Stadt und verantwortlich für den extremen Schwefelgeruch. Beide sind auf die hohe vulkanische Aktivität zurückzuführen, die hier die gesamte Landschaft geformt hat. 300 Meter über dem Meeresspiegel liegt die Region auf einem vulkanischen Plateau, das einen Großteil der Nordinsel einnimmt. Um Rotorua herum gibt es vier größere Thermalquellen: Whakarewarewa, Waimangu, Waiotapu und Hell's Gate. Whakarewarewa ist wohl Rotoruas aktivste Thermalgegend und hier befindet sich der Geysir Pohutu, der etwa 20 Mal pro Tag bis zu einer Höhe von 30 m speit. Weitere Attraktionen in Whakarewarewa sind heiße Schlammbäder und heiße Quellen. Rotorua ist als Natur-Heilbad im Südpazifik bekannt. Hier kann man nach einem anstrengenden Tag mit Sightseeing oder Aktivitäten bei einem Bad im heilenden Wasser der heißen Thermalquellen entspannen.
Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten muss man die am Ufer des Lake Rotorua gelegenen Government Gardens mit den Tudor Towers gesehen haben. Das Fachwerkgebäude wurde 1907 als Badehaus errichtet. Heute sind das Rotorua Museum und die City Art Gallery sowie ein Café darin untergebracht.
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Weiter geht es nach Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland. Sie befindet sich an der Südspitze der Nordinsel des Landes und ist die südlichste Hauptstadt der Erde. Der Ballungsraum Wellington hat rund 370.000 Einwohner. Die Maori-Bezeichnung „Te Whanganui-a-Tara“ bedeutet übersetzt „Der große Hafen des Tara“.
Dank ihrer Lage an einer Landspitze bietet die Stadt eine Angriffsfläche für starke Winde, daher auch der Spitzname der Stadt: „Windy Wellington“, also „Windiges Wellington“.
Wellington ist bekannt für seine malerische Lage zwischen Naturhafen und grünen Hügellandschaften, in die abgestufte Vororte eingebettet sind, die oft aus kolonialen Villen bestehen. Fast alle Bewohner der Stadt leben in einem Umkreis von 3 km ums Meer. Wellington hat mehr Sonnenschein als Auckland, Melbourne und London und weniger Regen als Auckland und Sydney. Zwei Universitäten verleihen der Stadt ein junges Flair, das sich deutlich auf die Anzahl an Cafés und das Nachtleben im kompakten Stadtzentrum auswirkt.
Neuseeland ist eine konstitutionelle Monarchie mit einem parlamentarischen Regierungssystem, das dem Großbritanniens ähnelt. Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II., aber die eigentliche Regierung wird vom Premierminister und seinem Kabinett gebildet, die vom Parlament gewählt werden. Die Aufgaben der Monarchie werden von einem Gouverneur übernommen, der auf Empfehlung des Premierministers ernannt wird. Neuseeland hat keine Verfassung. Den verfassungsrechtlichen Rahmen bilden verschiedene bestimmte Gesetze Großbritanniens und des neuseeländischen Parlaments sowie verfassungsrechtliche Vereinbarungen, die 1986 im Constitution Act vereinigt wurden.
Einen reizvollen Kontrast bilden das„Beehive“ („Bienenkorb“) genannte neue neuseeländische Parlamentsgebäude zum in unmittelbarer Nähe liegenden alten Parlamentsgebäude.
Nach unserem Stadtbummel nehmen wir die Nachmittagsfähre nach Picton. Die Fahrt durch den Queen Charlotte Sound wird zu einem landschaftlich überwältigendem Ereignis. Fjorde, Buchten und Inseln fügen sich hier zu einer beeindruckenden Landschaft zusammen, die zu den schönsten Neuseelands zählt.
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Am nächsten Morgen geht es weiter nach Marahau, dem „Tor zum Abel Tasman National Park“. Marahau ist ein kleiner Ort an der Tasman Bay. Sein schöner Sandstrand ist sehr beliebt. Die südliche Grenze des Abel Tasman National Parks befindet sich in unmittelbarer Nähe. Der Park ist eine der Hauptattraktionen Neuseelands und der Inbegriff des Paradieses, weil seine goldenen Sandstrände fast ausschließlich nur per Boot erreichbar sind. Er besticht neben seinen Stränden durch schroffe Felsen und unberührte, weite Flussmündungen.
Im „Beach Camp“ buchen wir für den nächsten Tag (90 NZD) die Mitfahrt in einem Wassertaxi in den Abel Tasman National Park und zwar nach Bark Bay von wo aus wir nach Torrent Bay zurückwandern wollen (1 gute Stunde), wo uns dann das Wassertaxi wieder aufnimmt. Der Weg führt hoch an der Küste entlang durch Farnwälder. Zwischen den Farnen hindurch haben wir immer wieder mal einen Blick auf das tiefblaue Meer. Auf einer malerischen Stahlhängebrücke überqueren wir ein glasklares Flüsschen. Diese Wandermöglichkeiten von 1 Stunde bis zu mehreren Tagen sind sehr zu empfehlen.
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Über Lake Rotoroa (hier werden wir das erste Mal intensiv von Sandflies gebissen) fahren wir jetzt nach Greymouth. Unterwegs besuchen wir die Buller Gorge Swingbridge, die mit 110 m längste Schwingbrücke Neuseelands. Es handelt sich um eine frei schwingende Stahlkonstruktion.
Unser nächstes Ziel ist Punakaiki. Der Ort ist bekannt für seine „Pankake Rocks“ und die „Blowholes“. Die Pancake Rocks sind eine Felsformation im Paparoa National Park etwa 40 Kilometer nördlich von Greymouth. Direkt an der Tasman-See gelegen, sehen die Felsen aus wie übereinander geschichtete Pfannkuchen.
Die Brandung bricht sich an zahlreichen Felsnasen, in Höhlen und Ausspülungen und drückt zurückfließendes Wasser und durchströmende Luft durch enge Löcher im Felsen, was oberhalb der Felsen als Gischt durch Blowholes (Blaslöcher) sicht- und hörbar ausgestoßen wird.
Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen um die 22 Grad erreichen wir mit dem letzten Tropfen Diesel Greymouth. Es ist die größte Stadt der Westküsten-Region auf der Südinsel und hat knapp 15.000 Einwohner. Greymouth war bekannt für seine Kohle- und Goldminen. Als das Goldschürfen und die Kohleausbeutung aufhörten, wurde die Forstwirtschaft zu einem wichtigen Wirtschaftszweig der Region.
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Wir fahren weiter südwärts und machen Halt in Hokitika, einem Ort mit 3.500 Einwohnern. Seit hunderten von Jahren sind Hokitika und die Umgebung eine Fundstelle für Jade. Diese wurde schon von den Maori verwendet, um daraus Werkzeuge, Waffen, Angelhaken und Schmuck anzufertigen. Heute ist Hokitika die Hochburg der neuseeländischen Jadeverarbeitung. Mehrere Jadefabriken bieten über den Direktverkauf die Möglichkeit preiswert an Jadeschmuck zu kommen, eine Gelegenheit, die auch wir uns nicht entgehen lassen.
Dann geht es weiter nach „Franz Josef Glacier Waiau“, einem Dorf mit rund 300 Einwohnern am Fuß des Franz Josef Gletschers. Dieser wurde 1865 von dem deutschen Entdecker Julius von Haast nach Franz Josef I. von Österreich benannt. Auf knapp 3.300 m Höhe beginnt der Franz Josef Gletscher und fließt dann über einen Bergkamm nach zwei Seiten ab.
Wir fliegen mit einem Hubschrauber auf den Gletscher. Der Flug ist ein Erlebnis. Der Hubschrauber folgt dem Gletscher vom Tal bis zur Spitze. Unter uns glitzert das Blau des Gletschereises. Dann stößt der Hubschrauber durch die Wolkendecke und strahlender Sonnenschein empfängt uns. Wir landen auf einer schneebedeckten Fläche auf dem Gletscher in der Nähe einer Hütte und haben dort einige Minuten Zeit zum Fotografieren. Beim Rückflug fliegt der Pilot in engen Kurven steil bergab. Einen robusten Magen sollte man da schon haben.
Weiter geht es in Richtung Haast, einer kleinen 300-Einwohner-Gemeinde. Es ist sonnig und warm. Als wir unterwegs eine Lunchpause an einem See machen wollen, werden wir von Sandflies fast aufgefressen. Wir flüchten in unser Wohnmobil und essen dort zu Ende. 14 km hinter Haast finden wir einen Campingplatz auf dem wir für die Nacht bleiben.
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Wir fahren zum Meeresangeln nach Jackson Bay. Mit Muschelködern lasst sich auch schnell ein Spotti (Lippfisch) fangen. Kurz darauf flüchten wir vor uns heftig attackierenden Sandflies. Weiter geht es durch den Mount Aspiring National Park entlang des Lake Wanaka und des Lake Hawea nach Wanaka, einem Ort mit ca. 3.000 Einwohnern.
Der 3.550 qkm große Mount-Aspiring-Nationalpark ist von einer alpinen Landschaft mit vielen malerischen Wasserfällen (z. B. die Fantail Creek Falls) geprägt. Im Süden grenzt er an den Fjordland-Nationalpark. Namensgeber ist der Mount Aspiring (3.027 m), der aufgrund seines Profils als „neuseeländisches Matterhorn“ gilt.
Wir kaufen zunächst in Wanaka ein und machen dann bei herrlichstem Wetter einen Spaziergang durch den Ort. Viele Straßennamen erinnern uns an Irland und einen großen irischen Pub, in dem wir uns ein Guinness genehmigen, gibt es auch.
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Am nächsten Tag geht es weiter über Te Anau zum Milford Sound. Wir wissen nicht, dass es am Milford Sound keinen der großen Campingplätze gibt. Was tun? Also steuern wir aufs Geratewohl die „Milford Sound Lodge“ an und fragen dort, ob wir über Nacht mit unserem Wohnmobil bleiben können. Kein Problem, hinter dem Haus, direkt an einem Fluss gibt es einige Stellplätze, die am Abend dann auch alle belegt sind. Man hatte uns gewarnt, dass das Fjordland das eigentliche Heimatland der Sandflies sei und Milford Sound deren Hauptstadt. Am Abend erfolgt dann auch prompt der Großangriff der Sandflies, so dass wir im Wohnmobil bleiben.
Am nächsten Morgen geht es mit einem Schiff hinaus auf den Milford Sound. Leider ist heute Regen- bekleidung angesagt. Es ist kühl, diesig (was die Sicht etwas beeinträchtigt), die Wolken hängen sehr tief und hin und wieder tritt Nieselregen oder auch mal ein Schauer auf. Nun ja, wir sind halt in einem der regenreichsten Gebiete der Erde. Jährlich fallen hier 8.000 mm Niederschlag. An den Hängen des Fjords wächst ein Regenwald. Der Milford Sound ragt 15 Kilometer weit von der Tasman See ins Land. Seinen Namen hat er vom walisischen Ort Milford Haven und in der Sprache der Maori heißt er Piopiotahi. Er wird von bis zu 1.200 m hohen Felswänden umgeben, deren höchste Erhebung der Mitre Peak (Bischofshut) mit 1.692 m ist. Die Fahrt wird zu einem landschaftlich überragenden Ereignis. Insbesondere die zahllosen Wasserfälle, die von den umliegenden Bergen in den Fjord stürzen, sind eine überwältigend schöne Kulisse. Im Wasser leben zahlreiche Robben, Pinguine und Delfine.
Milford Sound ist ein echter Fjord, der von Gletschern erschaffen wurde. Nach der letzten Eiszeit gingen die Gletscher zurück und der Fjord wurde vom Meer überflutet. Er ist bis zu 300 m tief und wird durch einen schmalen Zugang und eine seichte Schwelle aus Gletschermoräne vor den Wellen des Meeres geschützt.
Die Fahrt endet für uns am Unterwasserobservatorium. Der Bau des Observatoriums begann im Januar 1995. Die Eröffnung war im Dezember 1995. Es befindet sich am Williams Point in Harrison Cove. Die Bucht ist ein überflutetes, so genanntes „hängendes Tal“, welches sich in den Hauptfjord öffnet. Unter dem Observatorium fällt der Meeresboden bis auf 100 m ab. Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen in diesem Gebiet hat der Fjord eine Süßwasserschicht, die auf dem Salzwasser „schwimmt“. Das mit Gerbsäure aus den umliegenden Wäldern vermischte Süßwasser erzeugt einen Lichtfiltereffekt der ursächlich dafür ist, dass hier Tiefseetiere und -pflanzen nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche beobachtet werden können, die sonst nur in viel größeren Tiefen anzutreffen sind.
Wir verlassen Milford Sound und fahren weiter über Te Anau nach Manapouri. Dort finden wir einen hübschen Campingplatz, auf dem wir für eine Nacht bleiben. Das Wetter hat sich gebessert. Es ist zwar noch bewölkt, aber trocken bei 22 Grad.
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Es ist der 24. Februar und wir fahren an die Ostküste. Es ist bewölkt und regnet hin und wieder. Wir fahren zur Otago Peninsula (Otago Halbinsel). Wir kommen durch Dunedin und fahren auf einer engen Küsten- straße ostwärts. Die Straße führt unmittelbar am Wasser entlang und da links gefahren wird, hat man bei so viel Wassernähe schon ein komisches Gefühl. Wir fahren nach Portobello, wo wir einen sehr schönen Campingplatz und darauf einen ruhigen Stellplatz finden.
Am nächsten Morgen geht es weiter nach Taiaroa Head, denn wir wollen die dortige Albatross-Kolonie beim Royal Albatross Centre besuchen. Am Taiaroa Head, an der Spitze der Otago Halbinsel in Neuseeland, findet man die weltweit einzige Brutkolonie von Königsalbatrossen auf dem Festland.
Wir fahren weiter zum Naturreservat für Gelbaugen-Pinguine. Diese Pinguine sind nur auf Neuseeland heimisch und nisten dort u. a. auf der Otago Halbinsel. Weitere Kolonien finden sich im Südosten der südlichen neuseeländischen Hauptinsel und auf den Auckland Inseln, Steward Inseln sowie auf den Campell Inseln. Sie gehören mit einem Weltgesamtbestand von nur noch 4.500 Exemplaren zu den gefährdeten Pinguinarten.
Nach einer über anderthalb Stunden dauernden Besichtigung der Kolonie fahren wir weiter zum einzigen Schloss Neuseelands, Larnach Castle. Das Schloss ist von einer Gartenanlage umgeben, zu der ein Marmorspringbrunnen aus Pisa, ein Wunschbrunnen, eine Goldregenpergola, ein Gartenpavillon, ein Regenwaldgarten, ein Rhododendrongarten, ein Azaleen- und Heidegarten, ein Steingarten u. v. m. gehören. Das Schloss hat 4.000 qm und in seiner Glanzzeit arbeiteten 46 Diener in den Gebäuden und im Garten. Dazu kamen viele weitere Beschäftigte, die auf der 400 ha großen Farm der Larnachs arbeiteten. 1884 wurde die Villa um einen 300 qm großen Ballraum ergänzt.
Weiter geht es jetzt über die Highcliff Road Richtung Dunedin. Bei der Einfahrt nach Dunedin kommen wir direkt an einem Campingplatz vorbei, wo wir für die heutige Nacht einen Stellplatz finden.
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Es ist wolkig und die Sonne kommt mitunter zwischen den Wolken durch, als wir Dunedin verlassen. Wir wollen den Sohn eines Arbeitskollegen in Waitati besuchen, der uns uns Jagd eingeladen hat. Die Straße Richtung Waitati steigt bergan und es wird neblig. Dazu kommt Nieselregen auf. Nach Waitati geht es bald wieder bergab und schon wird auch das Wetter wieder besser. Waitati ist ein kleiner Küstenort mit ca. 500 Einwohnern in Otago. Der Ort befindet sich an der Blueskin Bay, 19 km nördlich von Dunedin. Der kleine gleichnamige Waitati River fließt in diese Bucht.
Vom Haus aus, das uns auf Anhieb gefällt, hat man einen schönen Blick auf die Blueskin Bay. Heute geht es (leider erfolglos) zum Angeln auf Forellen. Am nächsten Tag fahren wir zur Wildziegenjagd. Das Jagdgebiet ist sehr hügeliges Weideland. In den Senken ist es teilweise morastig. Immer wieder müssen Weidezäune überstiegen werden; an einem reiße ich mir ein Dreieck in die Hose. Um die Gegend mit dem Glas ableuchten zu können, ist es immer wieder erforderlich, einen der steilen Hügel zu erklimmen. Da werde ich dann doch etwas kurzatmig und merke den Altersunterschied zum Sohn meines Kollegen
Ziegen sehen wir reichlich, aber meist auf große Entfernung. Die hier vorkommenden Wildziegen sind Abkömmlinge von Hausziegen. Es ist schwer, nahe genug an sie heranzukommen, denn ihre Sinne sind hervorragend ausgeprägt. Es gelingt uns schließlich nach langer Pirsch eine Ziege mit zwei Kitzen zu erlegen.
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Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Omarama. Unser erstes Ziel ist Moeraki. Hier liegen 40 km südlich von Oamaru die berühmten Moeraki Boulders verteilt auf dem Strand. Wissenschaftler erklären die Felsblöcke, die sich vor ungefähr 65 Millionen Jahren gebildet haben, mit Kristallisierungen von Kalzium und Karbonaten um geladene Partikel in schlammigen Unterwassersedimenten. Diese formten nach und nach die Felsblöcke in einem Prozess, der vier Millionen Jahre dauerte. Der weiche Schlammstein, der die Felsblöcke umgab, wurde vor ungefähr 15 Millionen Jahren vom Meeresboden hochgehoben und die Meereserosion legte die erosionsresistenten Felsblöcke frei.
Nun geht es weiter nach Oamaru, mit ca. 13.000 Einwohnern der größte Ort in Nord-Otago. Nirgendwo findet man blaue Pinguine so nahe bei Menschen wie in Oamaru. Die Vögel nisten direkt am Hafengebiet und die Oamaru Blue Penguin Colony bietet eine einmalige Gelegenheit, die kleinsten Pinguine der Welt bei der Rückkehr vom Fischfang auf dem Meer in ihre Nester zu beobachten.
Zur Übernachtung fahren wir weiter nach Omarama. Der Ort ist auf der ganzen Welt für Segelfliegen bekannt. Der Nordwester bläst ständig von den Alpen her und bildet den bekannten Northwest Arch, der Segelflieger in bis zu 10.000 Meter Höhe bringen kann. Hier wurden Weltrekorde geflogen, und es sind alle Einrichtungen vorhanden.
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Heute ist der 1. März. Wir haben einen strahlend blauen Himmel. Es ist jedoch kalt. Auf dem Rasen haben wir Raureif und beim Sprechen haben wir kleine Atemwolken vor dem Mund. Wir heizen im Wohnmobil, denn wir möchten beim Frühstück nicht frieren. Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Mount Cook. Inzwischen scheint die Sonne und es wird wieder warm.
Der Mount Cook oder Aoraki ist mit 3.754 m der höchste Berg Neuseelands. Er befindet sich in den Neuseeländischen Alpen. Der Ort „Mount Cook“ ist das Zentrum des Mount Cook National Parks, der 1953 eingerichtet wurde und 70.696 Hektar mit über 140 Bergen über 2000 m umfasst. Der bekannteste Gletscher hier ist der Tasman-Gletscher an den Hängen des Mount Cook. Wir sehen den Mount Cook aus ca. 50 km Entfernung. Der Beschreibung des dort liegenden Campingplatzes nach befindet sich dieser in unmittelbarer Nähe der Start- und Landbahn für die Sightseeing-Flüge um den Mount Cook. Das müssen wir uns nicht antun. Daher fahren wir weiter Richtung Lake Tekapo.
In Lake Tekapo finden wir einen direkt am See gelegenen Campingplatz und bekommen noch einen der wenigen freien Plätze. Der See liegt 710 m über dem Meeresspiegel und ist ca. 95 qkm groß. Die milchig-türkisgrüne Farbe des Sees rührt von feinem Gesteinsmehl her, das durch den Abrieb umliegender Gletscher entsteht und durch die Zuflüsse in den See gelangt. Die Wassertemperatur ist mit durchschnittlich 8 Grad recht kalt. Am Abfluss des Sees befindet sich ein Wasserkraftwerk. Der See ist ein populäres Urlaubsziel und eignet sich gut zum Motorbootfahren und Wasserskilaufen.
Im Ort sehen wir uns die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Lake Tekapo an: die „Church of the Good Shepherd“ und die Statue eines Hütehundes (Collies). Die Steinkirche wurde 1935 zum Gedenken an die Pionierfarmer und Schafhirten im Mackenzie County errichtet. Zum Bau wurden Steine, Kies und Sand vom Seeufer verwendet. Das offene Fenster hinter dem Altar bietet – auch bei einem Gottesdienst – einen schönen Ausblick auf den See.
Die Statue des Hütehundes wurde von der Ehefrau eines hier ansässigen Farmers gestiftet und soll an die Leistung der Hütehunde erinnern: „This monument was erected by the runholders of the Mackenzie County and those who also appreciate the value of the collie dog, without the help of which, the grazing of this mountain county would be impossible.”
Wir fahren weiter nach Fairlie und finden dort einen sehr schön gelegenen Campingplatz mit viel Grün. Es ist warm und kurze Hosen und T-Shirts sind angesagt. Wir machen uns einen faulen Nachmittag.
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Heute fahren wir nach Rakaia, einem Ort mit ca. 1.000 Einwohnern am gleichnamigen Fluss. Die Stadt hat sich selbst den Beinamen „Salmon Capital of New Zealand“ gegeben. Der Rakaia River ist der neuseeländische Lachfluss schlechthin. Während der Angelsaison von Oktober bis April sieht man zahlreiche Angler nahe der Flussmündung 20 km östlich des Ortes beim Lachsfischen. Die „Rakaia Salmon Fishing Competition“ Ende Februar ist sehr beliebt und stets gut besucht.
Schnell finden wir den Campingplatz und bekommen auch noch einen Stellplatz. Es ist sonnig und warm, aber etwas windig. Bei der Anmeldung bemerke ich ein Schild mit Hinweis auf verfügbare Salmon Guides (Führer zum Lachsfang). Also buchen wir für den Nachmittag für 150 NZD einen Salmon Guide. Mit Salmon-Guide Ray und seinem Jetboat geht es auf eine geführte Lachsangeltour (150 NZD) Er braust mit uns flussabwärts und wir müssen unsere Mützen festhalten, die sonst davon geflogen wären. Er sucht sich einen ersten Angelplatz, aus und wir verlassen das Boot. Mit der Wathose wird einige Meter ins Wasser gewatet und dann wird geblinkert. Um uns herum springen Lachse, aber keiner geht an den Haken. Dass auch andere Angler keinen Lachs fangen, ist zumindest ein schwacher Trost.
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Nach dem Frühstück brechen wir am nächsten Morgen nach Kaikoura auf und fahren dabei durch Christchurch, die zweitgrößte Stadt Neuseelands. Ich muss gestehen, ein wenig Bammel habe ich schon, mit dem Wohnmobil durch den Verkehr dieser Stadt zu fahren. Aber das geht besser, als gedacht.
Am frühen Nachmittag treffen wir in Kaikoura, einem Ort mit rund 2.000 Einwohnern ein. Wir fahren den sehr zentral gelegenen Campingplatz an und bekommen auch einen teuren Platz (30 NZD). Wer Ruhe sucht, sollte sich einen anderen Campingplatz suchen. Dieser hier liegt direkt zwischen einer gut befahrenen Straße und einer gut befahrenen Bahnlinie. Der Vorteil ist, dass es nur fünf Minuten zu Fuß zum „Whale Watching Centre“ sind. Das Geschäft der Walbeobachtung von Schiffen aus liegt fest in den Händen der Maori. Die Anzahl der erlaubten Beobachtungstouren ist streng reglementiert. Überwiegend männliche Pottwale sind zu beobachten. Die Weibchen ziehen wärmere Gewässer vor. Leider bekommen wir wegen des Wochenendes frühestens morgen Nachmittag einen Flug. Das dauert uns zu lange. Daher beschließen wir es morgen Früh mit einem Walbeobachtungsflug vom nahegelegenen Flughafen aus zu versuchen.
Auf dem Weg zum Flughafen, besuchen wir die bei Kaikoura gelegene Robbenkolonie. Die meisten Tiere sind zum Fischfang auf See.
Am Flughafen suchen wir „Wings over Whales“ auf, einen Anbieter für Walbeobachtungsflüge. Wir haben Glück. In einer halben Stunde geht ein Flug und es sind auch noch Plätze frei. Wir haben das Glück einen einzelnen Pottwal zu finden, der von den Beobachtungsschiffen noch nicht entdeckt wurde. Unser Pilot kreist jetzt immer wieder um den Wal, so dass wir ausreichend Zeit haben, den Wal zu beobachten und zu fotografieren. Nach ca. 15 Minuten taucht der Wal und wir kehren zum Flughafen zurück.
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Vom Flughafen Kaikoura aus fahren wir jetzt durch eine landschaftlich sehr schöne Gegend nach Hanmer Springs. Es ist sonnig und sehr warm. Die Straße ist eng, kurvenreich und fällt mitunter ohne Straßenbegrenzung mehr als 100 m steil ab.
Hanmer Springs ist ein beliebter Thermalbadeort mit rund 1.200 Einwohnern. Hier laden, umrundet von beeindruckenden Gebirgszügen, natürliche heiße Quellen zum Entspannen im dampfenden Bad unter freiem Himmel ein. Etwas ganz besonderes ist das „Hanmer Springs Thermal-Resort“, das seine Außenbecken umgeben von Farnen und natürlich wirkenden Felsformationen arrangiert hat.
Wir finden im Ort einen ruhigen Campingplatz. Hier gibt es allerdings wieder vereinzelt Sandflies, die auch gleich unbarmherzig zubeißen.
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Letzte Nacht hatten wir einen kräftigen Sturm. Selbst heute Morgen ist es noch sehr windig, aber es wird nach und nach sonnig und warm. Heute wollen wir zur Banks Peninsula fahren. Wir fahren vorbei an Christchurch nach Lyttelton mit seinen ca. 3.000 Einwohnern. Der malerische Ort hat baulich etwas vom „Wilden Westen“ an sich. Er befindet sich direkt neben der Stadt Christchurch und bietet dem Besucher eine sehr schöne Landschaft. Lyttelton war der Ankunftshafen für die englischen Siedler, die in Canterbury siedeln wollten.
Wir fahren weiter nach Pons Bay. Dort soll es einen Campingplatz geben. Den finden wir aber nicht und so beschließen wir noch heute nach Akaroa zu fahren. Mit dem letzten Tropfen Diesel erreichen wir den Ort. Der Campingplatz liegt an einem Hang und bietet einen sehr schönen Ausblick über Akaroa. Der Ort hat knapp 1.000 Einwohner, von denen etwa ein Drittel älter als 65 Jahre ist. Für die Einheimischen ist Akaroa ein beliebtes Ferienziel und so steigt in der Urlaubszeit die Bevölkerungszahl auf über 7.000 an. Dort tragen zahlreiche Straße französische Namen und das kommt daher: Der französische Walfänger Langlois wollte 1838 auf der Halbinsel eine französische Kolonie gründen und erwarb dazu Land von den Maori. Als er mit französischen und deutschen Siedlern 1840 aus Europa zur Banks Peninsula zurückkehrte, hatten viele einheimische Stammeshäuptlinge inzwischen den Vertrag von Waitangi unterzeichnet, der Großbritannien zur herrschenden Macht über Neuseeland erklärte. Obwohl die Südinsel nun offiziell keine französische Kolonie mehr werden konnte wurde gesiedelt und noch heute ist der französische Einfluss an der Architektur mancher Häuser in Akaroa zu erkennen und stolz präsentiert man auch Reste französischer Lebensart.
Sehenswert ist die katholische „Church of Saint Patrick“ von 1864. In ihr wurde die erste Messe auf der Südinsel zelebriert. Es handelt sich inzwischen um den dritten Kirchenbau: Die erste Kirche brannte ab und die zweite fiel einem Sturm zum Opfer.
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Gegen 11:00 Uhr klart es auf und die Sonne kommt durch. Es bleibt aber kühl. Wir fahren weiter auf schmalen Straßen nach Okains Bay, einem Ort an der Küste. Dort gibt es das kleine, aber interessante „Okains Bay Maori & Colonial Museum“, dessen Besuch wir unbedingt empfehlen. Hier werden seltene Maori Artefakte gezeigt, wie z. B. ein restauriertes Kriegskanu und geschichtsträchtiges aus der Kolonialzeit, wie alte Gebäude mit ihrer Einrichtung. Jagdgeräte, Jagdtrophäen, alte Gegenstände des täglichen Lebens, Fotos und vieles mehr.
Wir fahren weiter zur Südküste und haben dabei von der über die Berge führenden Straße sehr schöne Ausblicke auf die Küste und das Meer. Wir verlassen bei Little River die Hauptstraße und fahren auf einer wenig befahrenen Straße in das Okuti Valley. Dabei fahren wir durch eine Landschaft der Wiesen, schattigen Wälder, kleinen Bauernhöfe, verborgenen Gärten, geheimen Pfade und Bäche. Hier scheinen die Uhren anders zu gehen. Wir finden einen kaum belegten Campingplatz, den „Birdlands Habitat Trust & Holiday Park“. Dessen Lage ist sehr schön, direkt an einem Waldgelände mit einheimischer Flora und Fauna. Auf dem weitläufigen Gelände laufen verschiedene Enten, Pfauen und Hühner herum. In Volieren werden weitere Vögel gehalten. Nur ein paar Schritte und man geht im Wald spazieren. Kein Verkehrslärm stört. Nur Vogelgezwitscher, das Schnattern der Enten, das Gackern der Hühner und der gelegentliche Ruf des Pfaus sind zu hören.
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Am nächsten Morgen ist der Himmel klar, aber es ist sehr kühl. Wir fahren über Christchurch an die Küste nach Kaiapoi. Der Ort liegt 15 km nördlich von Christchurch und ist mit knapp 11.000 Einwohnern einer der größeren Orte der Südinsel. Wir fahren als erstes zum Einkaufen, denn heute soll es ein tolles Abendessen geben, da wir morgen unser Wohnmobil abgeben müssen. Danach lassen wir uns bei der Tourist Information erklären, wie wir den nächstgelegenen Campingplatz erreichen. Der Campingplatz ist zwar groß und mit allen Einrichtungen versehen, aber leider etwas unruhig. Dem Platz angeschlossen ist ein Schulungszentrum für PfadfinderInnen und das ist mit vielen Jugendlichen belegt. Entsprechender Trubel herrscht auf den Grünflächen und in den Toiletten und Duschen. Wir machen Hausputz und reinigen unser Wohnmobil von innen und außen, denn wir möchten das Fahrzeug sauber zurückgeben. Dann packen wir unsere Koffer und machen uns ansonsten einen faulen Tag.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen fahren wir die wenigen Kilometer nach Christchurch zurück und geben in der Nähe des Flughafens das Fahrzeug ab. Danach lassen wir uns vom Super Shuttle (eine Art Kleinbus mit Gepäckanhänger) zum Hotel fahren.
Das in Deutschland vorgebuchte Hotel „The Charlotte Jane“ gefällt uns sehr gut. Es handelt sich um ein 5 Sterne Haus, nur fünf Minuten Fußweg von Christchurchs Geschäftszentrum entfernt. Die Atmosphäre des Hauses versetzt den Gast zurück in die Kolonialzeit Neuseelands, bietet aber die Annehmlichkeiten aus dem 21. Jahrhundert. Dieses im viktorianischen Stil erhaltene Haus war einst eine private Mädchenschule und ist nach einem der ersten Schiffe benannt, das die früheren Siedler nach Neuseeland brachte. Das Haus wurde liebevoll renoviert, um Luxusübernachtungen in Christchurch anzubieten. Die Gäste können in einer vergangen Zeit schwelgen, sich von dem prächtigen Garten verzaubern lassen und haben die Möglichkeit zwischen zwölf individuell gestalteten Suiten auszuwählen.
Christchurch ist mit ca. 360.000 Einwohnern die größte Stadt in der Region Canterbury und zugleich auf der Südinsel sowie die zweitgrößte Stadt Neuseelands. Christchurch gilt als „englischste“ Stadt Neuseelands, was sich in der ursprünglichen neugotischen Architektur nachvollziehen lässt. Die Christchurch Cathedral ist Mittelpunkt der Stadt. Die Turmspitze aus Metall verdankt die Kathedrale den vielen Erdbeben, welche die frühere Steinkonstruktion ständig zum Einsturz brachten. Die Kathedrale liegt im Zentrum von Christchurch, da die Stadt als anglikanische Ansiedlung geplant wurde und ihre Gründer sich im Herzen der Stadt ein Gotteshaus wünschten.
An der Treppe des Hauptportals kann man ein Unikat Neuseelands erleben: „The Wizard“ taucht zu Mittag mit seiner Stehleiter auf und polemisiert über Gott und die Welt.
Interessant ist auch eine Kahnfahrt in einem Punt auf dem Avon River (16,50 NZD pro Person). Man lehnt sich zurück und entspannt sich, während man sicher im Kahn an den Attraktionen der Innenstadt vorbeifährt. Eine Touristenattraktion ist zweifelsohne auch die restaurierte Straßenbahn. Fahren Sie mit der historischen Trambahn (12,50 NZD pro Person), die Sie durch das Zentrum bringt, entlang der mit Bäumen gesäumten Straßen und vorbei an lebhaften Straßen-Cafés.
Am nächsten Morgen holt uns der Super Shuttle im Hotel ab und fährt uns zum Flughafen. Der Rückflug selbst zieht sich endlos hin. In Singapore haben wir 3,5 Stunden Aufenthalt und das nachts. Auf dem Flughafen ist nichts los und die Zeit vergeht nur langsam. In Frankfurt hat dann der Anschlussflug nach Hannover 1,5 Stunden Verspätung. Total gerädert kommen wir am 11. März gegen Mittag zu Hause an.
Wir würden trotz der anstrengenden Flüge die Reise jederzeit wiederholen. Neuseeland ist sehr schön und stets die Strapazen der langen Reise wert.
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